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Hanf – Die Geschichte des Hanf

Hanf früher

Hanf stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Kasachstan, die ältesten Funde in Europa sind circa 5500 Jahre alt. Die Hanfsamen sollen wohlschmeckend und nahrhaft sein und die Hanffasern waren von großem Nutzen, deshalb war Hanf in allen Ländern in denen er verbreitet war, hauptsächlich in europäischen und asiatischen, sehr beliebt.

Hanffasern und ihr Nutzen

Hanffasern sind grob, reißfest und leichter zu verarbeiten als Flachs. In China fand man Seile aus Hanf, die im Jahre 2800 vor Christus erzeugt worden sind. Der Nutzen von Hanffasern war den Menschen damals schon bewusst und man nutzte Hanf für die Herstellung von Seilen, Säcken und Segeltuch und später auch zur Herstellung von Papier oder Kleidung. Das erste aus Nutzhanf hergestellte Papier wurde in China gefunden und stammt aus den Jahren zwischen 140 bis 87 vor Christus. Nach Europa gelangte das Hanfpapier im 13. Jahrhundert, in Deutschland fand man es ab dem 14. Jahrhundert vor. Die ersten schriftlichen Aufzeichnung über den Nutzen von Hanfgewebe in Form von Kleidung lassen sich im Jahr 450 vor Christus finden, der griechische Geschichtsschreiber Herodot erwähnt damals die Kleidung aus Hanfgewebe. Damals nutzen die Ägypter sowie die Griechen Nutzhanf zur Herstellung von Kleidung.

Hanf als Medizin

In China ist in einem Text, der zwischen 300 vor Christus und 200 nach Christus verfasst wurde, von Hanf als Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten die Rede. Damals in China nutzte man Hanfprodukte als Heilmittel bei Krankheiten wie Malaria oder Rheuma. In Rom erkannte man, dass Hanf Schmerzen lindert und dass der Hanfsamen gegen Ohrenschmerzen helfen kann. In der späteren islamischen Medizin nutzte man das Hanfsamenöl, welches man durch das Pressen von Hanfsamen erhielt, um Ohrenkrankheiten zu behandeln.

Hanf heute

Nutzhanf muss sich heute gegen viele Konkurrenten beweisen, da die Forschung viele Kunstfasern, aber auch viele Heilmittel hervorgebracht hat. Der Nutzhanf verlor durch Anbauverbote massiv an Bedeutung. Viele Länder hatten den Anbau von Nutzhanf verboten, da man den sogenannten Drogenhanf bekämpfen wollte. Später wurde klar, dass der THC-Gehalt in manchen Hanfsorten zu gering war, um diesen zu Drogen zu verarbeiten. Daraufhin wurden THC-arme Nutzhanfsorten teilweise wieder erlaubt, in den USA ist der Hanfanbau aber noch immer vollkommen untersagt.

Hanffasern in der modernen Industrie

Die Hanffasern gewinnt trotz der hohen Konkurrenz wieder an Bedeutung in der Industrie. Sie ist der Baumwollfaser in vieler Hinsicht überlegen und gilt als beständig und recycelbar, teilweise wird Nutzhanf sogar zur Herstellung von bestimmtem Papier genutzt. Man benutzt verstärkte Hanffasern zum Dämmen von Häusern, in der Automobilindustrie, in der Bekleidungsindustrie sowie in vielen weiteren Branchen. Die Hanffaser wird oft gebraucht, um hanffaserverstärkten Kunststoff für verschiedene Verwendungszwecke, zum Beispiel für Türverkleidungen von Autos, herzustellen. 

Hanfsamen als Lebens- und Futtermittel

Man kann die als sehr nahrhaft bekannten Hanfsamen heutzutage in Vogelfutter oder Nagetierfutter (für Kaninchen oder Meerschweinchen) finden. Der hohe Fettgehalt der Samen führt bei den Tieren zu schnellem Wachstum, außerdem sind die Hanfsamen sehr gesund. In China existiert ein Dorf namens Bama Yao, dessen Bewohner regelmäßig Hanfsamen essen. Die Bewohner dieses Dorfes werden oft über 100 Jahre alt und sind meistens gesund. Das lässt sich dadurch erklären, dass Hanfsamen viele wichtige Nähr- und Vitalstoffe enthält, besonders Zink, Eisen und Magnesium.

Hanfanbau

Die Hanfpflanze kann mit seinen Wurzeln bis zu 140 cm in den Boden eindringen, damit dringt Hanf tiefer in den Boden ein als andere Nutzpflanzen dieser Art. Oft wurde Hanf benutzt, um harten Boden für andere Pflanzen wie z.B. Getreide zu lockern. Die Samen werden in circa 5 cm Tiefe eingesät und nach 4 Monaten geerntet.